Vi-Dan Tran, Regisseur & Stuntman

Vi-Dan Tran arbeitete als Regisseur schon mit Popstar Lena Meyer-Landrut und Rapper MoTrip oder als Stuntman für den neuesten James Bond. Keenly Preesents hat mit Vi-Dan über seinen Alltag, seine Ziele und Jet Li gesprochen.

Mein Name ist Vi-Dan Tran, ich bin 32 Jahre alt, habe 6 Jahre an der FH Aachen Mediendesign mit Schwerpunkt Film studiert. Ich arbeite jetzt seit ca. 4 Jahren als Director, Action-Director, Cinematographer und Stuntman für Film und TV. 

Ich habe jetzt in den Jahren ein paar Credits sammeln können – auch internationale – und habe als Stuntman bei Skyfall, Cloud Atlas, Agent 47 und dieses Jahr bei zwei Jackie Chan Filmen – “the Foreigner” und “Bleeding Steel” – als Action-Designer gearbeitet, also die Choreos gemacht, Previews erarbeitet, die Kamera bestimmt. Und ja, jetzt gerade bin ich in Dublin und arbeite für “Into the Badlands Season 2” als Stuntdouble für die Hauptdarsteller.

Ich muss sagen, normalerweise als Regisseur oder wenn ich einen Film shoote, dann ist es echt mega krass stressig. Du arbeitest bis 14, 16 Stunden am Tag oder mehr sogar, schlafe halt kaum und bereite immer schon den nächsten Dreh vor. Aber wenn ich zum Beispiel keine Shooting-Days habe, wenn keine Arbeit da ist zum Beispiel, dann versuche ich trotzdem busy zu sein. Jeden Tag etwas zu machen, zu arbeiten, nie aufzuhören. Ich stehe recht “spät” auf, so gegen 9, 10 Uhr, mache viel Papierkram, Konzepte entwickeln, Videos im Internet recherchieren und neue Sachen lernen. Natürlich wegen meiner Performer-Ebene muss ich viel trainieren gehen jeden Tag und immer an neuen Filmprojekten arbeiten – und dann schlafen gehen.

Was wolltest du als Kind werden?
Ich wollte eigentlich immer Filmstar werden. Das habe ich auch immer so gesagt. Auch in der Schule, wenn alle gefragt haben: “Was willst du mal werden wenn du groß bist?”, habe ich immer gesagt: “Ich möchte gerne Filmstar werden”. Alle haben mich ausgelacht. 

Natürlich, die anderen sagen alle: “Ich möchte Arzt werden” oder “Ich will Anwalt werden”. Bei mir hieß es immer ganz plump: “Ich will Filmstar werden so wie Jackie Chan und Jet Lee.” Ansich wollte ich immer Akrobatik, Kämpfen und Stunts als meinen Beruf machen, um auch ein Held zu werden für andere Kinder.

Dein bisher stärkster Moment im Job?
Ich würde sagen, von allen die ich jetzt herausfiltern muss, war es glaube ich Jet Li. Er ist halt mein Idol. 
Ich habe in Hong Kong gearbeitet für längere Zeit und der Jet Li war unter Vertrag in dieser Firma, was ich nicht wusste. Die haben es mir später erst erzählt und ich dachte so “ist cool”. De haben auch gesagt “Du wirst ihn irgendwann mal sehen”, da habe ich aber nicht dran gedacht. Irgendwann eines Tages als wir ein Barbecue auf dem Rooftop hatten, haben sie gesagt in zehn Minuten kommt Jet Li – die haben den extra für mich eingeladen. Normalerweise bin ich sehr professionell, bei Jackie Chan und Daniel Craig war ich ganz normal, etwas rot zwar, aber alles professionell. Aber bei Jet Li war ich einfach der größte Fanboy, muss man einfach sagen. Ich musste auch nach einem Foto fragen.

Woher nimmst du deine Inspiration?
Meine Inspiration bekomme ich in erster Linie immer durch Musik. Ich höre gerne Soundtracks oder alte Lieder. Ich habe eine ganze Bandbreite, also eigentlich fast alles außer Rock und Heavy Metal. Ansonsten Filme, ich schaue fast echt jeden Tag ein, zwei Filme. Also, so gut wie ich kann und Zeit habe. Und ich spiele Games, das ist für mich auch eine riesige Inspirationsquelle. Und was ganz wichtig ist: Real Life Stories, mit anderen Leuten sprechen, ich höre auch andere Geschichten und versuche keine Sachen zu klauen, sondern das Feeling, was ich von diesen Geschichten, Spielen oder Filmen bekomme, zu adaptieren und dann zu versuchen meine eigene Geschichte daraus zu machen.

Was fasziniert dich aktuell besonders? 
Mich hat immer sehr fasziniert,... Filme, die sehr nah an anderen Menschen sind oder Charakteren. Zum Beispiel: The Wrestler, Blue Valentine, Gone Girl oder 500 Days Of Summer.
Diese Filme sind sehr nah an der Wahrheit und das finde ich sehr sehr geil. Das fasziniert mich immer sehr, wie Leute sich damit beschäftigen. Birdman genauso: das Thema ist so so tief, so deep, das man als Künstler oder Filmemacher sehr viel verstehen kann. Da merkt man, dass der Regisseur oder der Drehbuchautor seine Hausaufgaben gemacht hat.

Ein paar Worte an angehende Filmemacher: 
Das beschäftigt mich auch sehr viel. Ich sehe mich nie als erfolgreich. Ich bin nicht da, wo ich sein möchte. Ich versuche erfolgreich zu sein, aber ich bin noch nicht da, ich bin nicht zufrieden. Das Wichtigste ist:

Man muss sein Ziel visualisieren. Man muss es visuell auch darstellen. Aufschreiben und sagen: Das ist mein Ziel fürs nächste Jahr! Und dann kommen die nächsten Sachen, immer Step by Step.

Web: www.t7-production.com/