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Tobias Wüstefeld, Illustrator & Animator

Illustrator und Animator Tobias Wüstefeld bei Keenly Preesents über Grabsteininschriften und die besten Tipps für die Arbeitseinstellung. 

Moin! Ich bin Tobias Wüstefeld, ich komme aus Hamburg und bin da so als freischaffender Illustrator und Animator – und viele 3D Sachen, die ich mache – unterwegs und bau so kleine Miniaturwelten, also viel im Makrobereich im 3D, wenn man das so sagen kann.

Ursprünglich komme ich aus dem Ruhrgebiet, aus Gladbeck und hab dann in Münster Illustration studiert und bin dann so 2009 nach Hamburg gewechselt. 
Mein Tagesablauf ist sehr flexibel. Meistens stehe ich auf so zwischen 8 und 9 Uhr, mal ein Stündchen früher mal ein Stündchen später. Dann setzte ich mich erstmal ins Café, trink da nen Kaffee und mach mir so Notizen – irgendwelche Sachen, die mir durch den Kopf gehen, philosophische Sachen oder Ideen oder einfach roughe Scribbles – irgendwelche Ideen, die mir in der Nacht gekommen sind.

Dann gehe ich ins Büro oder 1-2x pro Woche auch zur Vorlesung, ich bin bei Neuro-Psychologie eingeschrieben. Dann habe ich einen relativ normalen Tagesablauf – mit einer Mittagspause ne Stunde dazwischen – und so bis 19 Uhr.

Die Verbindung von Neuropsychologie zu dem was ich mache, ... ich habe versucht mir im Studium die Punkte rauszupicken, die am meisten damit zu tun haben, das sind dann zum Beispiel die Wahrnehmungspsychologie und für die biologischen Vorgänge im Gehirn interessiere ich mich sehr. Da habe ich langsam alles durch, noch Krankheitsbilder, aber das passt eher nicht zu dem was ich sonst mache. Eigentlich kann man ein paar Sachen schon ableiten, aber manches ist auch sehr abstrakt wissenschaftlich.

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Design?
Wenn ich so zurückdenke war, mein Vater hatte damals Filme gemacht, ganz früher als er in meinem Alter war oder noch jünger, mit seinen Kollegen und der Super 8 Kamera. Und dafür hatte er mal ein Intro gedreht. Da hat er sich so eine Landschaft gebaut mit einer Gipshand drin und die sollte dann umkippen mit Zigarrenrauch und alles, das hat nicht funktioniert, aber als Kind, da war ich 10 oder so, sieht man da den ganzen Aufbau und die Kamera und man weiß erstmal gar nicht, was das ist und hinterher sieht man dann, dass das in ein ganz anderes Medium transportiert wird. Das fand ich spannend und das hat mich wahrscheinlich am Ball gehalten.

Wann war dir klar, dass du Designer werden willst? 
Wann mir klar war, was ich beruflich machen will, … das ist eigentlich jetzt noch nicht klar. 
Das ist vielleicht ein guter Spruch für den Grabstein: Wann wird dir endlich klar, was du machen willst! Also ich probier immer viel rum, da war es erstmal die Musik, jetzt Neuropsychologie. Genau, immer mal so Reinblicken in Programmierung, in verschiedene Sachen. Aber genau: Immer auf der Suche sein.

Was war dein erstes Design?
Da erinnere ich mich an ... wahrscheinlich war ich 12 oder so, hatte ich sehr lange auf eine Spiegelreflexkamera gespart und dann hatte ich mir auch zuhause so eine kleine Landschaft gebaut aus Sand und Plastikhalmen und hatte so einen kleinen Dino, den habe ich da reingestellt und fotografiert – im Hintergrund der Garten in unscharf und habe dann in der Schule erzählt, dass ich eine Zeitreise gemacht hätte. Hat irgendwie nicht so ganz funktioniert, ich weiß nicht ob es technisch nicht so gut umgesetzt war oder ob es an der Geschichte lag, aber das ist so das Erste an das ich mich konkret erinner.

Welche Entwicklung in deinem Bereich interessiert dich besonders?
Gerade finde ich sehr faszinierend die Sache mit neuronalen Netzen, gerade auch im Zusammenhang mit dem Studium und Machine Learning, da passiert viel, wo ich Spaß hätte, mich so einzuarbeiten, aber auch Angst hätte zum Programmierer zu werden. 
Dann finde ich generell ganz spannend: ich habe mir so einen 3D Drucker geholt
für 300/400 Euro, dass man mittlerweile im Stop Motion Bereich oder um so analoge Sachen einzubringen, kann man mittlerweile irgendwelche kleinen Zahnräder sich ausdrucken und sich die Geräte und Tools einfach selber bauen, das finde ich eine ganz spannende Entwicklung.

Ein paar Worte an angehende Designer:
 
Ich fand ganz interessant – ich war auf der OFFF vor 4 Jahren in Barcelona – und das war irgendwie ... in mehreren Talks wurde erwähnt, am Ende ist ja meistens so “Was gebt ihr noch mit” – und da war da immer “Play! Play! Play!”, also mehr spielen so, in mehreren Talks drin. Und dieses Jahr auf der OFFF in Antwerpen war in den Talks drin “Work! Work! Work!”, ihr müsst mehr arbeiten. 
Das persönlich finde ich auch einen guten Tipp, also beide Tipps sind gut. 
Ich persönlich kenne auch niemanden, der ohne harte Arbeit Erfolg hat. Also man kriegt nichts geschenkt. Harte Arbeit ist wahrscheinlich schon ein guter Tipp.

Eric Kandel hat mal gesagt, man soll nie harte Arbeit mit gründlichem Nachdenken verwechseln… 

also ist dann der nächste Tipp in ein paar Jahren wahrscheinlich “Think! Think! Think!”.

Web: www.tobiaswuestefeld.de/