Sofia Bavas, Regisseurin & Filmemacherin

Sofia Bavas macht nicht den Oberboss, sondern schwört als Regisseurin auf Teamarbeit und darauf den Fokus zu behalten. Mehr über Sofia und ihre Arbeit gibt’s jetzt bei Keenly preesents.

Ich bin Sofia Bavas, Regisseurin & Filmemacherin.
In der Regel gestaltet sich mein Tag des Öfteren so, dass ich mir erstmal einen Kaffee machen muss, weil ohne Kaffee geht gar nix. Dann lese ich meistens so ein bisschen in der Zeitung, dann kommen auch schon die ersten Mails reingeflogen – entweder ich muss dann auch schon los zu einer Produktion, ins Office oder zu anderen Agenturen. 
Extrem wichtig, wenn man im Team zusammen arbeitet – denn gerade als Regisseur denkt man immer man hat hier die kreative Leitung und man ist so der Oberboss im Ganzen und hat das Konzept und das finde ich nicht – ich finde es total wichtig, dass man mit seinem Team zusammenarbeitet, sich den Ball hin und her schiesst. 

Es ist ja nicht nur eine Zusammenarbeit zwischen Regisseur und Kameramann, sondern auch Produzent, dann aber auch Ausstattung, Cutter – also alle die an dem Projekt beteiligt sind, haben da eine wichtige Aufgabe und das sollte man als Regisseur auch zu schätzen wissen, dass jeder von denen sich einbringen kann und sollte.

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Film?
Mein erstes intensives Erlebnis mit Film hat tatsächlich etwas mit meinem Großvater zu tun. Der hatte einen Super 8 Projektor und hatte unglaublich viele super 8 Filme aus Griechenland aus den 50ern und 40er Jahren. Meine Großeltern sind Einwanderer aus Griechenland und für ihn war das jeden Abend so ein Ritual, um seine Heimat wieder zu sehen und zu spüren und diese Stimmung und dieses Temperament aus Griechenland wieder aufleben zu lassen.

Und dann hatten wir wirklich fast jeden Abend mit meinen Großeltern so eine Super 8 Film Präsentation, und das war so das erste Mal, dass ich mit analogem Film in Berührung kam und auch schon total fasziniert war. Alleine vom Abdunkeln des Raums und von der Projektion und das Geräusch des Projektors, das hat mich ganz schön geprägt.

Wann war dir klar, dass du Filmemacherin werden willst?
Mir wurde eigentlich erst im Studium klar, was ich beruflich machen will. Das Studium an sich war jetzt für mich nicht so die spannendste Zeit, das eigentlich Spannende waren die Stipendien im Ausland. Ich hatte das Glück, dass ich ein Stipendium an der CalArts bekommen habe in L.A. Und da bin ich wieder so ein bisschen mit dem in Berührung gekommen was mich ganz am Anfang auch inspiriert hatte, Filme zu machen oder was mir auf jeden Fall den Impuls gegeben hat: und das war analoger Film. 

Da habe ich dann gelernt auf Super 8 zu drehen, Super 8 zu entwickeln: So in der Suppe irgendwie zu mischen, dann den Film aufzurollen und auf einem Schnittbrett zu schneiden, da auch immer die Blenden zu setzen und dann auch den Sound machen. Und das war wirklich fast mit die spannendste Zeit in meinem Studium, diese Zeit in L.A.

Gibt es beruflich etwas, an dem du fast verzweifelt wärst?
War noch nie so. Es ist dann eher das Gefühl: “Ok, wo lang gehe ich jetzt? Ich kann nicht rechts, ich kann nicht links und umdrehen will ich auch nicht – ich muss mir etwas einfallen lassen.” Und das sind meistens die Momente, die mir dann in der Not doch ganz gut gefallen. Das ist dann so ein Druckmoment, wo dann alle denken “Scheiße, was machen wir jetzt!” und ich denk dann so: “Ok McGyver – ich hab hier eine Münze und jetzt überlegen wir mal, was haben wir” und dann entspringen da plötzlich neue Ideen. 
Das sind dann eher die Momente, die ich versuche zu kippen, man hat so ein negatives Gefühl und ich versuche dann immer zu sagen:

“Lasst uns mal alle einen kühlen Kopf bewahren, wir kriegen das hin, wir machen das, es wird geil. Immer schön den Fokus nicht verlieren.”

Und das klappt dann auch.