andere Kreative

Sönke Kirchhoff, Filmemacher

Sönke Kirchhof ist Filmemacher. Wie er überhaupt in die Medienbranche gekommen ist und ob das wirklich eine gute Idee war, erfahrt ihr jetzt bei Keenly Preesents!

Ich bin Sönke Kirchhof und grundsätzlich bin ich Filmemacher. Operativ bin ich Geschäftsführer und Producer bei der reallifefilm international GmbH und der INVR.SPACE GmbH. 

Mit der reallifefilm hab ich mich vor circa zwölf Jahren selbstständig gemacht mit Fokus auf immersive Medien. Stereo 3D war damals erstmal der Fokus und VFX. Und so über die Zeit ist dann so langsam das Thema 360° Video erstmal so für Planetarien und Dome-Projections dazugekommen. Und vor drei, vier Jahren wurde das dann immer mehr auch mit dem Titel VR versehen. Und dann kamen immer mehr Projekte dazu, auch eben halt explizit für Virtual-Reality-Brillen, sodass wir vor zwei Jahren angefangen haben die Marke INVR zu kreieren. Und das ganze haben wir dann letztes Jahr als eigene GmbH nochmal ausgegründet. Projekte sind, würde ich sagen, grundsätzlich erstmal ein bunter Blumenstrauß von allem. Wir haben uns bewusst eben spezialisiert auf Stereo 3D bzw. VR und uns bewusst nicht spezialisiert auf bestimmte Formate oder Genres, so dass wir eigentlich immer schon sehr unterschiedliche Projektarten gemacht haben. Von dokumentarischen Projekten über fiktionale Projekte, Live-Übertragung, Installationen, künstlerische Arbeiten, die vielleicht gar nicht in Formate passen oder Genres, die schon so bekannt sind.

Wann war dir klar, dass du Filmemacher werden willst?
Ich hab direkt nach dem Abitur mit einem Praktikum beim Film angefangen. Durch einen Zufall, durch einen sehr großen Zufall, weil ich eigentlich gar nicht wusste, was ich machen wollte. Und das wurde mir dann über zwei Ecken angeboten. Und das hat mir so gesehen Spaß gemacht, auch wenn es natürlich sehr zeitaufwändig war. Also beim Praktikum in der Aufnahmeleitung sind die Tage meistens sehr lang. Und das war dementsprechend auch sehr anstrengend. Und als Praktikant in der Aufnahmeleitung hat man jetzt auch nicht wirklich so viel mit dem Filmemachen an sich zu tun, sondern eigentlich mehr mit so Hintergrund-Logistik, die einen nur sehr selten die Kamera sehen lässt – sag ich jetzt mal – oder den Regisseur beim Inszenieren zugucken lässt.

Trotzdem fand ich das spannend und man kam jeden Tag an einen anderen Ort und man hatte – aus meiner damaligen Perspektive – mit sehr vielen interessanten Menschen, die man sonst eben auch nur aus dem Film kannte, zu tun. Und das fand ich aufregend. Und ich glaube, da kann ich sagen, mit dem ersten Praktikum war für mich auch klar, dass ich noch ein zweites Praktikum machen würde oder möchte und mich da weiter etablieren möchte.

Gibt es beruflich etwas, an dem du fast verzweifelt wärst?Einstiegs zu Praktikumszeiten haben mich die Stunden schon sehr gefordert und aufgerieben und eben auch eine ganz neue Welt in die man da rutscht, die auch mit einem zwischenmenschlichen Gefüge verbunden ist, das ich zumindest so erstmal nicht gewohnt war.     Also nach vier bis sechs Wochen ist ein Projekt abgeschlossen. Dann stellt sich das Team neu zusammen. Da kommt man gar nicht so unbedingt in das Gefühl von einem Arbeitskollegium. Oder wie ich von der Schule kam, dass man ja auch ein paar Jahre irgendwie mit ein paar Leuten zusammen zu tun hat. Das hat mich schon manchmal auch bzw. hat mich ganz deutlich auch wiederum vor die Frage gestellt, ob ich das eigentlich möchte. 

Also ich hab dann irgendwann auch die freiberufliche Arbeit nach fünf Jahren erstmal beendet und gesagt ich möchte das eigentlich alles gar nicht mehr machen und hab angefangen Politik zu studieren. Das war aber jetzt auch nicht irgendwie so ein einmaliges Erlebnis, sondern das war ein Prozess von ein paar Jahren, wo ich gemerkt habe, das macht mich so jetzt zumindest erstmal nicht zufrieden oder ist nicht das, was ich bis zur Rente machen möchte.
Wir haben auch unsere politischen Credos hier, Projekte oder Auftraggeber von denen wir keine Projekte annehmen. Wir versuchen hier gerade auch im Dokumentarischen spannende Dokumentationen – also wenn’s um Menschen geht, bei Tieren ist es sicherlich vielleicht auch spannend, aber da geht’s dann nicht so sehr um politische Fragen.

Zum Beispiel haben wir letztes Jahr eine Doku gemacht in einem Flüchtlingslager in der Türkei an der Grenze zu Syrien. Da stellt man sich auch politische Fragen. Oder beziehungsweise ich zumindest kann sowas nicht machen, weil ich nicht nur das Projekt sehe und den Auftraggeber und das was ich in Rechnung stellen kann, sondern weil mich der Inhalt da auch interessiert. Und das ist für mich auch immer ein Motor bei der Projektakquise: Was ist der Inhalt des Projekts? Was erzählen wir damit?

Web: www.invr.space/