andere Kreative

Sebastian von Gumpert, Head of Production

Sebastian von Gumpert ist einer der vier Gründer von EASYdoesit, die alles ein bisschen anders, aber ziemlich richtig machen. Bei keenly preesents gibt’s die ganze Geschichte und die besten Tipps für die geilste Attitüde.

Ich bin Sebi, Sebastian von Gumpert. 
Ich bin einer von wahrscheinlich hundert Mitgliedern der Easy-Family, einer von 15 Leuten die hier im Büro im Herzen von Berlin Kreuzberg sitzen, einer der vier Gründer der EASYdoesit GmbH und mein selbstgewählter Titel hier im Haus ist Head of Production. Das heißt, alle Produktionsdinge die es hier gibt und Anfragen laufen über meinen Tisch – das heißt nicht, das ich die Produktion alleine machen, wir haben viele Producer die hier arbeiten.
Aber Kundenkommunikation und Team-Zusammenstellung, bin ich da schon meistens involviert irgendwie.

Wann war dir klar, dass du Filmemacher werden willst?
Da war ich 15, da hatte mein Bruder mit Freunden von uns eine Rapgruppe, also alle bei uns da aus Zehlendorf, die sich Speed Fabrik  – und die haben eine DVD gemacht. Das war noch so richtig Hip Hop, da haben die ihre Battles raufgepackt und alle möglichen Beiträge wie Live-Konzerte, dies das – das fande ich schon ziemlich cool. Ich habe damals sehr gestaunt, dass die das alles selber gemacht haben. Und beim nächsten Projekt von denen, das war dann die Rap City Berlin DVD, da haben sie alle Rapper Berlins zusammen gebracht auf einer DVD und da habe ich mitgeholfen. Da war ich dann der Praktikant, von meinem Bruder, Henrik und Jan wie wir das zu viert damals gemacht haben. Da habe ich alles gemacht: Kamerassistenz, Tapes eingeladen, Sachen selber geschnitten, bei der Produktion geholfen, ich hab mir Interview fragen überlegt, habe mich sehr viel mit Berliner Rap beschäftigt. Das waren meine ersten Erlebnisse.

Dann hatten wir ein Label, das nannte sich “Techno changed my life” und da haben wir eine Band rausgebracht, die hieß “Dumme Jungs”. Für die haben wir ein Musikvideo gedreht, da wusste ich damals noch gar nicht was Produktion bedeutet und hab als Mitarbeiter des Labels diese Rolle übernommen und das Team zusammengestellt – als ich das da gemacht habe, habe ich gemerkt das mir das von allem was ich so ausprobiert hatte, Labelarbeit oder Tourmanager, das am meisten Spaß gemacht hat. 

Und dann bin ich, als ich dieses Label hatte, in ein Büro in der Waldemarstraße. Da waren wir bei einem Kumpel von uns, der hatte da ein Loft, und der hat seinen Job aufgegeben, der musste einen Teil untervermieten. Dann sind wir da rein mit Maxim, Dimi, Gregor, Che, Eo – wir sind rein und jeder hat was eigenes gemacht. Ich habe das Label gemacht, Che und Eo hatten eine kleine Firma für Grafikdesign – jeder hat sein Ding so gemacht. Es lief am Anfang bisschen nebenher, aber dann kam der Moment, wo wir für einen größeren Job angefragt wurden, wo wir dann all unsere Kraft zusammen getan haben und gemeinsam daran gearbeitet haben, obwohl wir alle nicht wussten, wie das richtig geht.

Wir machen es halt so wie wir es kennen, wie wir es gut machen, wie es auch niemand anders macht, aber das macht es auch aus, was wir machen. Immer wieder ist es so, dass Leute zu uns kommen, z.B. wenn wir mal mit jemand neues im Bereich Make Up oder Licht arbeiten oder Ton, und dann kommt jemand dazu und merkt wie wir so arbeiten: die kommen immer wieder an uns sagen:

“an keinem andern Set ist so gute Stimmung wie bei euch, alles ist auf Augenhöhe, es ist nicht so hierarchisch aufgebaut, keiner schreit einen an”.

Ich weiß nicht, wie schlimm es an anderen Sets sein muss, aber irgendwas scheinen wir anders zu machen, aber auch richtig zu machen. Und das hat sich erst daraus ergeben, dass wir da in diesem Konglomerat uns alle zusammen da rangesetzt haben und gesagt haben “ok wir machen das jetzt” einfach so wie wir das für richtig halten und holen da den und den ran. Wir haben auch einen sehr großen Freundeskreis, wo auch wahnsinnig talentierte Leute sind, deswegen sag ich auch das es wahrscheinlich hundert Leute sind die zur EASY Family gehören.

Wir haben auch wahnsinnig gute Köche in unserem Freundeskreis, die machen dann unser Catering oder so. Und das haben wir dann gemerkt was es eigentlich wert ist, dieses Netzwerk zusammenzubauen und damit was aufzubauen. Und das war der Moment, das war vor 4 Jahren ungefähr, als wir in das Büro gezogen sind und gesagt haben: “Okay jetzt, so das ist was besonderes, das will ich machen.” Das war denn so der Punkt, wo es wirklich klar war, das ist es.

Dein bisher stärkster Moment im Job?
Ich glaube, der stärkste Moment – also ey es gab wahnsinnig viele schöne Momente – aber ich glaube der stärkste Moment war, als wir das “Lila Wolken”-Video gemacht haben, weil das war so, also das war nicht das erste Major Video was wir gemacht haben, aber es war das erste was wir so richtig gefühlt haben, wo wir alle für gebrannt haben. Da war dann auch Mario das erste Mal dabei zum Beispiel, und Jesper, Maxim, Felix und wir haben alle zusammen alles gegeben, jeder hat geholfen wo er konnte. Wir haben vier Tage lang gedreht, immernoch einen draufgepackt und das war halt so dieser Moment: Okay krass, wir haben jetzt die Möglichkeit, was richtig tolles zu machen und haben alles da reingeworfen und das hat dann funktioniert.

Der Song hat Platin bekommen und eine riesen Aufmerksamkeit bekommen und von da an lief es eigentlich von allein, wir haben selber nie Aquise gemacht, es kamen immer Anfragen von sich raus rein. Aber in diesem Moment, wo es das erste Mal so war, wo es noch kein Routine gab, sondern wo man einfach gemacht hat, so wie man es macht, da war es sicherlich am aufregendsten, das war so der stärkste Moment – es gab viele tolle, aber das war der stärkste Moment.

Ein paar Worte an angehende Filmemacher:

Ich will allen die Filme machen wollen, nur raten, dass sie immer zu erst an ihre eigenen Überzeugungen und Ideen glauben und nicht nur das machen was gefragt ist, sondern gucken das sie darüber hinaus gehen.

Und Geld erstmal hinten anstellen und lieber erstmal 500 Euro mehr in das Video stecken oder mehr Energie in das Video stecken als sie in Tagessätzen berechnen können, einfach um was Großes zu schaffen. Weil das wird sich irgendwann auszahlen und die nicht 500 Euro mehr die man dann hatte.