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Ronny Schmidt, 3D Artist & Designer

Kaffee, Kaffee, Kaffee – aber der Berliner 3D Artist und Director Ronny Schmidt kann natürlich noch viel mehr. Die ganze Geschichte erfahrt ihr jetzt bei Keenly Preesents!

Ich bin Ronny Schmidt und arbeite als freiberuflicher 3D-Artist und Director hier in Berlin – seit fast 5 Jahren. Das bedeutet, dass ich in Produktionen viel im Vorfeld arbeite: Pre-production, viele Styleframes, viele Pitches, aber natürlich auch je nach Größe der Produktion, wenn es eine kleinere Produktion ist, dann auch ganz klassisch den Produktionsteil mitbegleite.

Tagesablauf gibt es bei mir nicht so klassisch. Das richtet sich immer je nach Job, ich bin immer zum Großteil auswärts im Studio gebucht und dann richtet sich der Tagesablauf ganz klassisch nach deren Tagesabauf – das heißt: früh hin und arbeiten, aber wenn ich jetzt quasi bei mir im Studio arbeite, mit den anderen Leuten aus meiner Studiogemeinschaft oder einfach nur so, dann ganz klassisch früh: Kaffee, Kaffee, Kaffee, Pinterest, Tumblr – eigentlich mein üblicher früh-morgens Ablauf. Und dann nach einer kurzen Phase geht es los.

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Design?
Mein erstes richtig intensives Erlebnis woran ich mich bewusst erinnere ist, … das war so in der Schulzeit mit 14 oder 15 – kam aus dem Bereich Computerspiele, wo damals dann die ersten Spiele aufkamen mit ihren eigenen Level-Editoren. Wo man eben die Level selber bauen konnte, das hat mich dann ziemlich schnell fasziniert und ich wollte nur noch lernen wie man das eigentlich macht. Hab dann Level gebaut und die dann auch nie gespielt, das hat mich dann auch gar nicht interessiert, ich wollte das alles nur aufbauen. 

Was wolltest du als Kind werden?
Mein Berufswunsch als Kind war lange Zeit Architekt. Meine Mutter ist Bauingenieur – das heißt ich bin damit aufgewachsen, das überall Pläne herumlagen von relativ langweiligen Gebäuden, aber irgendwie hat es mich immer interessiert und dann diese Schnittstelle, das Gestalten davon, das fand ich immer interessant. Ich hab dann aber zur Schulzeit irgendwann mitbekommen, dass man dafür dann doch eher gut in Mathematik sein muss, was ich definitiv nicht war und bin dann eben da hingekommen, wie schon gesagt, und hab gemerkt: Okay, man kann auch als Job Sachen bauen, die müssen nicht mal physikalisch funktionieren – das war für mich dann wesentlich interessanter.

Woher nimmst du deine Inspiration?
Inspiration ist auf jeden Fall ziemlich vielschichtig, das wäre jetzt gelogen wenn man nicht sagen würde “aus dem Internet”, weil definitiv – ich habe jeden morgen meinen Feed auf Twitter, Tumblr, Pinterest, wo ich auf jeden Fall viel visuelles herziehe, aber das ist natürlich auch gefährlich, also man sollte nicht nur dahin schauen. In letzter Zeit auch wieder neu für mich entdeckt: Comics und Graphic Novels, vor allem weil man als Kind viel davon nicht haben durfte oder es sich nicht leisten konnte – und jetzt ist es natürlich einfacher, da entdecke ich gerade ganz viel wieder für mich, das ist sehr schön. Und dann natürlich Stadtleben! Wir sind ja da in Berlin sehr verwöhnt und für mich ist das super: einfach mit Musik in den Ohren durch die Stadt laufen, könnte ich stundenlang machen.

Welche Entwicklung in deinem Bereich fasziniert dich aktuell besonders?
Mein Bereich ist ja sehr vielschichtig, aber was ich definitiv faszinierend finde zur Zeit sind diese prozentualen Workflows, also das man jetzt eben nicht alles von Hand macht, sondern teilweise Algorithmen mit ins Spiel kommen, aber eben handgesteuert oder iniziiert. Und das ist total spannend, weil ich da bis vor kurzem eher etwas anti war, aber mich jetzt auch damit beschäftige und auseinandersetze und merke: Wenn man eben dieses Handgemachte mit den Sachen zusammebringt kommen da fantastische Sachen raus und man kann extrem schnell mit einer Idee verschiedene Sachen visuell iterieren. Da kann einige Prozesse auch sehr beschleunigen, ist natürlich auch etwas gruselig, weil auf einmal sehr viele Sachen schneller gehen, aber hey, man muss ja da mit dem Flow gehen und da auch mitnehmen.

Dann natürlich VR! Ist interessant, ich bin gerade noch zwiegespalten, 50 Prozent Ja/Nein, aber wenn es kommt, dann wird es auf jeden Fall fett und dann gibt es viele Neues zu entdecken, jetzt auch schon, und das ist das Schöne an dem Job: Es wird nie langweilig, es ist so ein schneller Progress, es geht immer weiter, ich langweile mich nie!

Ein paar Worte an zukünftige Designer?

Sollte man eigentlich nicht mehr sagen müssen, aber: Arbeitet zusammen!

Egal ob beruflich oder Fun-Projects: Macht das, weil alleine kann man natürlich coole Sachen machen, aber zusammen mindestens doppelt oder dreifach so viel Output, das ist einfach ein riesiger Multiplikator. Was ist noch wichtig, man sollte seine Arbeit auf jeden Fall teilen, das sind alles potenzielle Jobs muss man so sehen, das ist ein Geschäft, was immer offen hat, was jeder sehen kann, man muss nicht da sein. Sharing! Sharing! Am Ende kommt immer etwas Gutes bei rum.