Mario Gorniok, Founder KEENLY / Art Director & Motion Designer

Was wolltest du als Kind werden ?
Ich hatte immer eine Affinität zum Basteln, Erfinden und zu der Zeit wäre ich wahrscheinlich gern Erfinder geworden. Ich hatte mir einmal so einen Propeller gebastelt aus einem alten Uhrwerk, dazu habe ich noch einen Helm gehabt, wo ich den Propeller oben drauf gesetzt habe und dazu noch Flügel aus Zeitungspapier und Holzlatten. Dann habe ich mich auf eine Mauer gestellt, mit den Händen geflattert und den Propeller angemacht und wollte fliegen. Aber leider hat das nicht funktioniert.

Wann war dir klar, dass du Designer werden willst ?
Ich habe erst Medieninformatik studiert, weil ich dachte was mit Computern zu machen wäre super, jedoch habe ich das dann abgebrochen nach zwei Semestern und eine Gestaltungsausbildung gemacht. Da habe ich gemerkt, dass ist eher etwas für mich: gestalten und inszenieren. Deswegen habe ich dann Design studiert und gemerkt, dass hinter Design noch andere Dinge stecken: Probleme lösen, Kundenlösungen finden etc. Und das macht mir Spass und dann war klar, das mache ich später beruflich.

Was war dein erster Film ?
In dem besagten Medieninformatikstudium haben wir mit Maya rumexperimentiert – das ist ein 3D-Programm – da habe ich mit einem Kumpel eine Amination gemacht, wo so ein kleiner Wurm in einem Apfel durch die Gegend fliegt. Wir haben reale Hintergründe gefilmt mit der Kamera und anschließend haben wir 3D-Elemente in das Bild hereingesetzt.

Das war meine erste Animation, wo das Ding gegen den Schrank geflogen und explodiert ist – schön mit Soundeffekten aus dem Internet.

Dein bisher stärkster Moment im Job?
Ich finde, jedes Projekt hat starke Momente, spätestens bei der Abgabe oder wenn man die Rechnung schreibt. Ich finde es immer gut, wenn Kunden am Ende zufrieden sind mit dem was ich gemacht habe, oder wenn das veröffentlicht wird und ich das selber im Fernsehen sehe – das ist immer wieder in starker Moment.

 

Woher nimmst du deine Inspiration?
Wenn ich Inspiration brauche, weil ich eine Lösung finden muss, auf ein Problem oder eine Gestaltungsaufgabe, hilft es mir meist nicht krampfhaft darüber nachzudenken, sondern eher rauszugehen, spazieren oder eine Strecke mit der Bahn fahren, die man zuvor noch nie gefahren ist, aus dem Fenster schauen etc.

Das hilft mir meistens sehr gut, mich ein wenig abzulenken, aber trotzdem auf eine Lösung zu kommen bzw. mich zu inspirieren.

Welche Entwicklung in deinem Bereich fasziniert dich besonders?
Im Motion Design Bereich finde ich auf jeden Fall total faszinierend wie viele Techniken da mittlerweile zusammenkommen. Wo es vor einigen Jahren noch hieß, Motion Design bedeutet irgendwelche Grafiken hin und her zu schieben, ist es inzwischen extrem vieles – eine Kombination mit 3D, Stop Motion, CEL-Animation.

Das ist total faszinierend, dass diese Entwicklung nicht aufhört, man entdeckt immer wieder etwas Neues, man kann etwas Neues reinbringen, neu kombinieren und Neues lernen. Das finde ich für mich auf jeden Fall sehr faszinierend.

Ein paar Worte an zukünftige Animatoren:
Einfach mal Dinge ausprobieren, die am Anfang ungewohnt sind – eine neue Technik, die nicht ganz auf der Hand liegt testen und dabei neugierig bleiben, um Neues schaffen zu können.