andere Kreative

Mario Lucio Clement, Creative Producer

In dieser Folge von “Keenly preesents” stellt sich Mario Clement vor und erzählt über seinen Weg in die Filmbranche und warum Technik nicht alles ist.

Ich bin Mario Clement. Ich bin Creative Producer bei EasyDoesit, das heißt ich bin die Person die zwischen Produktion und Regie arbeitet, teilweise Regie macht, aber eigentlich dafür verantwortlich ist eine idee zu realisieren zusammen mit dem Regisseur. Es ist eben ein Teil Produktion und ein Teil ist es kreativ zu arbeiten – und das kommt bei mir quasi zusammen.  

Ich habe eigentlich einen anderen Background. Ich habe erst einmal Industriedesign studiert, hab da meinen Bachelor gemacht, hab dann aber gemerkt, dass ich gar nicht so der Hardcore- Industriedesigner bin. Mir hat immer die Idee dahinter und die Marke – was könnte man da machen, was ist die Geschichte hinter dem Produkt – viel mehr Spaß gemacht. Ich bin dann irgendwie durch lustige Zufälle ins Musikvideogeschäft gestolpert und hab die Jungs kennengelernt und seitdem machen wir das zusammen und sind da wo wir jetzt sind als Filmproduktionsfirma. 
Ich habe keinen Tagesablauf der immer gleich abläuft, sondern es ist gibt Tage da mache ich wirklich hardcore Produktion, das heißt ich kalkuliere Projekte, organisiere Projekte. Aber es gibt auch Tage wo ich nur schreibe zum Beispiel, wo es um Ideen geht, um neue Videokonzepte oder wo ich mich mit Regisseuren zusammensetze. Oder es gibt Tage, da sind wir halt auf Drehs, was wahnsinnig viel Spaß macht oder Location-Scouting oder Castings.

So das Ding ist: Wir bei EASY – weil wir auch so angefangen haben, durch die Musikvideos – da ist es eigentlich so, dass wir ganz ganz viele Positionen abdecken, also in der Produktion.

Erinnerst du dich noch an dein erstes Erlebnis mit Musikvideos?
Meine erstes persönliches Erlebnis mit Musikvideos war dadruch, dass ich selber in einer Band gespielt habe. Da beschäftigt man sich zwangsläufig damit, wie wirkt man vor der Kamera, wie muss man ein Musikvideo machen, das irgendwie zur Musik passt, was hat man da für eine Geschichte und vor allem: Wie geht man mit den limitierten Möglichkeiten um die man hat, weil man hat ja immer irgendwie ein begrenztes Budget und so weiter oder vielleicht gar keins und muss irgendetwas auf die Beine stellen. Also die erste Begegnung kam mit mir selber, mit meiner Band und wir haben dann mit den Mitteln die wir hatten ein Musikvideo gedreht.

Was wolltest du als Kind werden?
Was ich ganz früher so als kleines Kind werden wollte, war Stuntman. Dann wollte ich Schauspieler werden, hab auch Theater gespielt, hab dann aber auch gemerkt: Vielleicht bin ich da gar nicht so gut und dachte mir dann Regie wär was! Dann irgendetwas studiert, mich gar nicht mehr damit beschäftigt. Umso lustiger ist es auch zu sehen, dass ich dann, nachdem ich mit dem ganzen Studium fertig war, irgendwie auch wieder zurück kam zu dieser Grundidee von Anfang an irgendetwas mit Film zu machen.

Wann war dir klar, dass du Producer werden willst?

Das ist alles irgendwie so passiert. Ich habe das Gefühl ich bin mit sehr offenen Armen durch die Welt gelaufen und Sachen sind glücklich passiert.

Ich hab mein Studium beendet und war dann so ein bisschen auf der Sinnsuche, hab mir gedacht jetzt habe ich eigentlich was ganz tolles studiert und es hat mir auch wahnsinnig Spaß gemacht mich Kommunikationsdesign auseinanderzusetzen, aber was mich so richtig interessieren würde, sind Filme.
Und ich habe einen befreundeten Regisseur gefragt: “Hey kannst du mich für irgendetwas gebrauchen” und da meinte er: “Es wäre grad ganz praktisch, ich bräuchte auch jemanden der für mich mitschreibst, hättest du heute Nachmittag Zeit”. Und das war dann das Musikvideo für “Lila Wolken”. Das war dann so der erste Kontakt, es hat gut geklappt, es hat gut funktioniert, da bin ich dann drin gelandet und so ging es immer weiter.

Ich glaube, wenn man offen ist und einfach ein bisschen die Dinge passieren lässt und so ein Grundvertrauen hat, dafür dass die Sachen gut werden, dann muss man sich auch nicht immer unbedingt einen Plan machen oder bewusst dafür entscheiden: Das ist jetzt so mein Weg.

Ein paar Worte an angehende Filmemacher:
Eine Sache, die mir immer auffällt, gerade dadurch, dass digitale Kameratechnik uns so viel ermöglicht: Es ist gefährlich die Technik immer an erster Stelle zu stellen! Und das machen ganz viele Leute so.

Am Ende muss man halt immer checken: Was ist die Idee, was ist die Idee von dem Film, was ist die Geschichte…

…und da ist es egal, ob ich das auf einer Arri Alexa drehe oder mit einer Canon 5D. Ein guter Film funktioniert mit beiden, sieht nur besser aus auf der einen Kamera. Man muss immer die Idee an erster Stelle stellen und dann kommt die Technik, die rundet erst alles ab und macht sie noch größer die Idee. Ein langweiliger Film, eine langweilige Geschichte mit toller Kameratechnik und wahnsinnigen VFX ist immer noch ein langweiliger Film.