andere Kreative

Kristian Barthen, Fotograf

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit fotografieren?
Mein Vater hatte damals eine relativ alte Spiegelreflexkamera – eine Pentax – und ich weiß noch, dass ich als kleiner Stöpsel das Gerät total faszinierend fand. So ein schwarzer Kasten, vorne mit dem Objektiv darauf, und ganz viele Zahlen und Ringe an denen ich drehen konnte, ich hatte zwar keine Ahnung was das ist, oder wie man es benutzt, aber mich hat es immer magisch zu diesem Ding hingezogen. Ich wollte immer alles anfassen und daran herumspielen, was mein Vater natürlich gehasst hat, weil der Schiss hatte, dass ich das Ding kaputt mache.
Das war wirklich das erste Mal, das mich etwas im weitesten Sinne an Fotografie fasziniert hat.

Was wolltest du als Kind werden?
Schaffner, Astronaut, Astronom, Lehrer – dann ist es Fotograf geworden und jetzt wieder Fotografie-Lehrer.

Wann war dir klar, dass du Fotograf werden willst?
Das hat bei mir relativ lange gedauert. Was mir ernsthaft in den Sinn gekommen ist, war tatsächlich diese Astronomie Geschichte, aber da ich in Mathe einfach die ultimative Vollniete bin, stand das nicht zur Debatte. Ich hab schon immer fotografiert und es spannend gefunden habe, hab ich mit dem Gedanken gespielt das beruflich zu machen. Und als schließlich kein Weg daran vorbeigeführt hat, ist es die Fotografie geworden.

Was war dein erstes Foto?
Das klingt jetzt bestimmt ein wenig kitschig, aber ich hatte ja immer mein Ding mit Sternen und Astronomie, ich wollte ja auch Astronom werden. Ich weiß noch als ich 13 oder so war, gab es eine Mondfinsternis und ich hatte überhaupt keine Ahnung wie das dann so aussieht, bin aber trotzdem wach geblieben, habe es mir aus dem Garten angeguckt. Da wusste ich auch schon etwas wie die Kamera von meinem Vater funktioniert, hab sie mir auf ein Stativ gestellt und das war tatsächlich das erste Mal, dass ich diese Kamera richtig benutzt habe. Da hab ich versucht die Mondfinsternis zu fotografieren, was natürlich nicht sonderlich gut geklappt hat, aber es war trotzdem faszinierend. Es war dann auch was zu sehen auf den Negativen, das war tatsächlich mein erstes Foto.

 

Woher nimmst du deine Inspiration?
Da gibt es nichts Spezielles. Das ist glaub ich alles, was um einen herum einfach passiert.
Das sind die Menschen, die man Tag täglich um sich herum hat, das ist die Stadt, Musik, andere Fotografen, Filme, einfach alles. Ich glaube nicht, dass man sagen kann das Inspiration nur aus wenigen bestimmten Quellen herrührt, Inspiration ist einfach alles was um einen herum passiert und was man aufnimmt.

Welche Entwicklung in deinem Bereich fasziniert dich besonders?
Als ich in Bielefeld mein erstes Seminar hatte, weiß ich noch, hatte ich noch nie in meinem Leben eine digitale Kamera in der Hand. Und das kam dann so nach und nach. Ich war noch komplett auf analog gepolt und dann kam alles mit der Digitalisierung, das war eine riesengroße Veränderung. Ich finde es spannend, wie sich Fotografie und Bewegtbild immer mehr miteinander verbinden und wie das immer weiter zusammenfließt. Auch wie sich zum Beispiel Fotografie und CGI (computer generated images) verändert hat und immer besser aneinandergefügt hat, dass man heute eigentlich gar nicht mehr unterscheiden kann ob ein Detail im Foto jetzt computergeneriert oder wirklich fotografiert ist. Und diese gesamte Entwicklung, wie sich das alles mehr und mehr zu einem universellen Medium zusammenführt, finde ich sehr spannend.