Kay Tennemann, Animationdirector & Designer

Animationdirector und Designer Kay Tennemann hat seine ersten Grafiken mit dem Joystick gemacht – was inzwischen aus ihm geworden ist, erzählt er bei Keenly Preesents. 

Ich bin Kay Tennemann, 3D Animation Director und Designer aus Hamburg, mit einem Background als 3D Artist – und meine Wurzeln liegen in der Demoszene. 
Hacker- und Demoszene, da habe ich schon mit 20 angefangen Pixelgrafik zu machen. Ich habe auch so eine Art Video-Blog laufen, seit 7 Jahren, wo ich auch ganz viele Tutorials zeige. Ich wurde auf der wunderschönen Insel Rügen geboren, bin also tatsächlich ein Ossi. Im Herzen. Aber ich bin schon so lange in Hamburg, dass ich mich zu den Hamburgern zähle.

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Design?
Ein Freund von mir, dessen Vater war Seemann, und der brachte ihm eines Tages von einer Tour einen Computer mit, einen MSX Computer, was in der westlichen Welt der C64 war. Und ich war total geplättet. Wir haben vor dem Ding gesessen und erstmal so Spiele gespielt. Ich fand es unendlich, damals hatte die Grafik ja so kleine Klötzchen, aber das hatte mich überhaupt nicht gestört, das waren für mich komplette Welten. Und dieses Gerät hatte eingebaut ein Musik- und ein Soundprogramm; Musik-, Sound- und Grafikprogramm. Immer wenn wir fertig waren mit spielen, hat mein Freund so rumgesessen und ich hab mit dem Grafik- und Musikprogramm rumgespielt und konnte nicht genug kriegen. Ich fande das total faszinierend und musste mir dann einen Computer kaufen. Und das war so der Schlüsselmoment, obwohl das keine große Gestaltung und sonst was drin hatte. Ich wusste, ich will was mit diesem Gerät machen. Das ist unfassbar, ich muss das tun. Das hat mich magnetisch angezogen. 

Wann war dir klar, dass du Designer werden willst? 
Sehr spät. Ich hatte das ja eben schon angedeutet, ich hab mir wirklich meinen eigenen Computer gekauft und von da an war ich total addicted, hab Grafik und Programmierung gemacht und bin dann in so eine Szene reingerutscht, die basierte damals auf der Cracker Szene, hat sich dann aber nur noch damit beschäftigt – am Computer Echtzeit – was man heute Motion Graphics nennt, zu machen. Und das war eine eigene Szene, das war total klasse. Und da hat sich herauskristallisiert, dass ich wesentlich mehr Talent habe Grafiken und so zu machen, als jetzt zu programmieren. Und dann habe ich bestimmt zehn Jahre Computer-Grafiken in dieser Szene gemacht. Und daraus hat sich dann auch meine komplette Laufbahn ergeben, allerding war mir lange nicht klar, dass ich das beruflich machen will. Weil ich das so mochte und so toll fand und irgendwie unverschämt fand, für Grafik und so Geld zu nehmen. Das fand ich irgendwie nicht gut. Und irgendwann mit 30 oder so, hatte ich eine Freundin und die hat gesagt, sie will irgendwann ein Haus und ein Auto und jetzt verdien mal Geld damit. Und das wars. Das war plötzlich mein Job, ich habe von den Leuten Geld verlangt und los gings. 

Was war dein erstes Design?
Mein erstes Design habe ich mit 17 an einem Atari 8-Bit Computer gemacht. Da habe ich wirklich angefangen – mit einem Freund zusammen, wir wollten Adventure programmieren – und habe mir das Interieur einer Villa ausgedacht, mir selber in Basic ein Grafikprogramm geschrieben mit dem ich halt mit einem Joystick die Grafiken erstellen konnte, und das war im Prinzip mein erstes Design. Aber seien wir mal ehrlich, das liegt jetzt irgendwo auf Kassetten rum, diese klassischen Audio-Kassetten, die man damals in den Computer getan hat, kann ich niemandem mehr zeigen. Und danach kam die Ära mit den 16-Bit Computern, da habe ich meine ersten Designs gemacht, die wirklich Leute gesehen haben. Das ist eine von meinen ersten 3D Arbeiten, die ist original von ‘97. Ich habe ein, zwei Bilder schon vorher gemacht, so ‘96, aber das hier habe ich gefunden, meine erste kommerzielle 3D Arbeit.

Dein bisher stärkster Moment im Job?
2009, als ich von Parasol Island für einen Pitch eingeladen wurde, für einen Pitch der MTV EMA’s. Der Witz war auch, ich hatte sehr wenig Zeit für diesen Pitch, nur ein, zwei Tage. Und hab tatsächlich in dem Moment auch meine Pixelgrafik Roots versucht in diese neue Welt, in der ich mich eigentlich bewege, mit 3D Grafik zu übernehmen, dann entsprechend ein Design gemacht. Es ist etwas extrem persönliches von mir, ich habe den Pitch gemacht, MTV hat gesagt “Geil”. Bin dann mit Parasol nach Mailand geflogen und saß dann bei MTV und die sagten: “So, wie soll das jetzt alles aussehen? Lass uns das mal beschnacken”. Und da habe ich echt gedacht: Meine Fresse, hier vor paar Jahren angefangen mit meinem Joystick Grafiken zu machen und genau mit dem Zeug sitze ich jetzt hier rum. Und das war ein sehr schöner Moment.

 

Ein paar Worte an angehende Designer: 
Als ich angefangen habe, ich bin die Straße lang gegangen, habe dann irgendwo gelesen “Filmproduktion” und dachte: “Was, cool”, bin einfach reingelaufen und habe gesagt: “Hey, braucht ihr 3D Animation?”. Das hat tatsächlich funktioniert, aus solchen Geschichten sind Jobs entstanden.

Also einfach nicht scheu sein, wenn man weiß man kann jetzt schon gewisse Sachen, einfach den Leuten was erzählen. Viel machen und Spaß daran haben. Der ganze Job den ich mache funktioniert halt wahnsinnig gut, wenn einem das echt gute Gefühle erzeugt.

Ich weiß nicht, ist das ein guter Tipp? Ach, macht doch selber.

Web: www.mostyle.tv