andere Kreative

Henriette Rietz, Visual Storyteller & Designerin

Henriette Rietz ist Designerin und arbeitet immer zusammen im Team mit ihrem Herzen. Bei Keenly Preesents erzählt sie uns, warum sie Beef mit Eko Fresh hat.

Hi, ich bin Henriette Rietz und man kennt mich auch unter meinem Alter Ego Herzette. Ich bin Diplom-Designerin und hab so meinen Fokus auf Illustration, Gif-Animation und Visual Storytelling. Und das ist aber dann auch so meistens gekoppelt mit der Konzeption bei Projekten. Durch mein Studium und durch diverse Jobs hab ich aber natürlich auch noch so nen starken Background im Grafikdesign und in der visuellen Kommunikation. Also Herzette ist so die Verbindung von mir, Henriette, und meinem Herzen. Und wir sind halt davon überzeugt, dass nur durch unsere Zusammenarbeit etwas Gutes entstehen kann.

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Design?
Für mich ist eigentlich mein erstes intensives Erlebnis meine Diplomarbeit gewesen. Das war so das erste Mal wo ich mich ja auch wirklich fast ein Jahr intensiv mit einem Thema beschäftigt hab. Ich hab so mein eigenes Lebensgefühl Techno damals visualisiert auf unterschiedlichste Art und Weise. Da sind halt viele Illustrationen entstanden, aber auch irgendwie ein Stopmotion-Film, den ich auf dem Streifen von der Warschauer Brücke gedreht hab, wo ich irgendwie dokumentiert hab, wie schnell so Plakate überklebt werden in Berlin.

Da ist halt auch in der Zeit mein Blog entstanden, der ja auch immer noch geführt wird. Ich hab dann auch Paul Snowden interviewt zum Thema Techno, für den ich später dann auch gearbeitet hab. Zum Ende hab ich dann das Ganze auch bei einem Pecha Kucha Vortrag in Berlin vorgetragen. Und das war irgendwie ein super Ende. Und war einfach wirklich ein intensives Jahr und supergut. 

Was war dein erstes Design? 
Mein erstes gehaltvolles Design, sag ich jetzt mal, ist vor über zehn Jahren entstanden. Und da hab ich nämlich meine erste und einzige Flash-Website programmiert und gestaltet. Die ist auch immer noch online und zwar megalomanie.de nennt die sich. Steht halt für so Charakters, die ich mir damals ausgedacht hab. Und auf der Seite erfährt man dann die ganzen Geschichten. Ja, wie es sich so für ne Flash-Website gehört, ist halt auch irgendwie wahnsinnig viel animiert und bewegt sich.

Es gibt zum Beispiel so zwei Charakters, das ist so ein fettleibiges Zebra und Amöbe. Und die lieben halt Vanillepudding. Der Cursor ist dann so eine Packung Vanillepudding und wenn du dann den Cursor so bewegst, dann rennen die immer dem Pudding hinterher. Und lauter so ne Stories halt. Dann gibt’s irgendwie noch einen Pudel, der im Club abhängt. Und wenn man dann über die Diskokugel rüber geht, dann fängt alles an zu glitzern und zu funkeln. Also ich steh auf jeden Fall immer noch dazu. Ich find’s immer noch cool.

Dein bisher stärkster Moment im Job?
Im kommerziellen Bereich war mein stärkster Moment auf jeden Fall mein erster Job für Wacom. Und das hab ich mit der Agentur Congaz zusammen gemacht. Da ging’s da drum eine 3x6 Meter Fläche für die IFA für den Messestand zu gestalten. Das Thema, was dann da visualisiert werden sollte, war ziemlich komplex.

Das war auf jeden Fall eine große Herausforderung, da jetzt in kürzester Zeit ein starkes Konzept zu entwickeln. Parallel zu der Wand hab ich dann auch Gif-Animationen gemacht, die Teile der Story erzählen. Ich war dann auch vor Ort und hab live gezeichnet. Das war eigentlich auf allen Ebenen ein cooler Job, weil ich halt wahnsinnig große Gestaltungsfreiheit hatte und dann aber auch Wacom und Congaz auch die Arbeit sehr wertgeschätzt hat. Das war super. Ich find’s halt auch immer mega geil große Wände zu machen. Ich find das ist immer ein total tolles Erlebnis, wenn man dann fertig ist und dann diese Wand sieht, die einfach groß ist und schön.

Ja, das war ein richtig cooles Projekt. Im nichtkommerziellen Bereich war das mein “What did you do?”-Video. Das ist ein Animationsfilm, in dem ich beschreibe, was ich so in den ersten vier Jahren nach dem Studium erlebt und gelernt habe. Das wird dann natürlich im Herzette-Style erzählt. Ja, als ich das veröffentlich hab, da kam auf jeden Fall auch ziemlich positives Feedback. Und auch immer, wenn ich mir das nochmal angucke, bin ich auch sehr stolz darauf, das gemacht zu haben.

Dein peinlichster Moment im Job? 
Das ist auf jeden Fall jetzt exklusives Material, was ihr so bekommt. Und zwar mache ich ja seit drei Jahre die Art Direktion und das Editorial Design vom Juice-Magazin. Das ist ja so das Hip-Hop Magazin irgendwie. Zu Beginn hab ich das noch mit dem alten Art Director zusammen gemacht, mit Dominik Kenzler. Bei der zweiten Ausgabe, die ich mitgemacht hab, gab’s eine Juice-Exclusive-CD. Die gibt’s halt ab und zu, die mit dem Heft kommt und die ist immer von einem Künstler. Die war von Eko Fresh damals.

Ich war natürlich total aufgeregt und fand’s total toll, dass ich die gestalten durfte. Die ist dann auch ganz ok geworden vom Look. Alle haben sie abgenommen, die CD wurde produziert und alles wurde gedruckt, alles war fertig. Und dann kam der Anruf: “Ja wieso ist Eko Fresh mit c und nicht mit k geschrieben?”.  Das war halt… Boah, also das war wirklich richtig kacke für mich, weil ich als damaliges Techno-Mädchen jetzt ein HipHop-Magazin mache. Das war einfach so ein richtiger Scheiß-Start, wenn man den Künstler falsch schreibt.

Warum das eigentlich irgendwie keiner so richtig weiß, liegt daran, dass der alte Art Director die Schuld auf sich genommen hat und mich da rausgelassen hat. Das hab ich ihm auf jeden Fall auch bis heute sehr hoch angerechnet. Ich hoffe aber jetzt einfach, dass es verjährt ist.

Ein paar Worte an angehende Designer:
Klingt vielleicht so ein bisschen cheesy, aber ich kann eigentlich allen nur empfehlen den eigenen Weg zu suchen. Und wenn man den gefunden hat, dann auch wirklich so mutig zu sein, den zu gehen. Wenn man dann irgendwie so auf halber Strecke merkt, ja fuck, das ist eigentlich doch nicht der richtige Weg, ist das eigentlich auch ne total wertvolle Erkenntnis und man sollte das nicht als vergeudete Zeit ansehen. Sondern dann einfach reflektieren und irgendwie eine andere Richtung einschlagen, aber solange man das macht, ist eigentlich alles cool.

Web: www.herzette.de