Dominic Repenning, Regisseur & Designer

Regisseur und Designer Dominic Repenning spricht bei Keenly Preesents über Musikvideodrehs bei klirrender Kälte und seinen Alltag als Filmemacher.

Hallo, ich bin Dominic Repenning. Ich bin studierter Kommunikationsdesigner und wohne in Hamburg seit knapp acht Jahren. Habe hier mein Studium auch zu Ende gebracht, gerade im Schwerpunkt Multimedia und habe mich danach eigentlich direkt selbstständig gemacht. Hab meine eigene kleine Selbstständigkeit aufgebaut, die nennt sich bis heute I MADE THIS. Darunter hab ich halt versucht Kommunikationsdesign, sprich Design, Animation und schlussendlich auch Film unterzubringen – und bin jetzt seit Anfang des Jahres eigentlich hauptsächlich als Regisseur in Sachen Musikvideos und vor allem auch Werbefilm unterwegs.

Also die meiste Zeit verbringe ich eigentlich im Betahaus, sonst halt zu Hause und dann meistens dann doch am Laptop. Die Drehtage sind dann aufs Jahr dann doch recht begrenzt, weil die Vorproduktion und die Nachproduktion ja die meiste Zeit mit einnimmt. Ich versuche halt immer viel Recherche zu betreiben, mich irgendwie auf dem neuesten Stand zu halten, zu schauen, was andere Leute machen, die ich gut finde und dann auch dementsprechend verfolge. Ansonsten plane ich halt eigene, freie Projekte, schreibe Ideen. Also wie das halt so ist, das Leben als Filmemacher. 

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Film?
Ich glaub mein erstes, wirklich intensives Erlebnis mit Film hatte ich damals bei meiner Abschlussarbeit. Das war ein Musikvideo für die Band The Rapture, der Titel hieß “Sail Away” und wurde geremixed von dem Hamburger Duo Digitalism. 

Es war klirrend kalt, wir hatten einen Darsteller, der eigentlich nur ein Hemd und ne Jeansjacke anhaben durfte und wir standen halt an der Elbe. Und es ging um eine Liebesgeschichte, wo, in der – das kommt am Ende nicht ganz raus – er sich vielleicht umbringt, … doch, … nicht,  auf jeden Fall die Protagonistin ihn halt retten möchte. Und er zittert halt einfach und er soll eigentlich traurig sein. Und diese Kälte, die kam halt uns total zugute. Und wir haben alle total gefroren und haben uns dann nach jedem Take irgendwie wieder in Wärmedecken oder so zurückgelegt. Das war auf jeden Fall sehr intensiv und hat sehr viel Spaß gemacht.

Was wolltest du als Kind werden? 
Ich glaub als ich ganz klein war, wollte ich irgendwie Krankenwagenfahrer werden. Später, als ich dann in der Schule auch ein bisschen weiter war, hatte ich irgendwie immer ein ganz gutes Talent für Mathe und hatte kurzzeitig überlegt irgendwie Banker zu werden. Dann gab es aber auch noch den Wunsch, nachdem ich halt irgendwie immer auch MTV geschaut habe und VIVA, ja dann doch irgendwie schon frühzeitig Musikvideoregisseur zu werden, aber hab das halt irgendwie nie wirklich ernst genommen. Das war eher so eine Art Leidenschaft und hab mir halt immer die Videos bei MTV halt angeschaut. Das wären so glaub ich, so die drei Wünsche, an die ich mich erinnern könnte.

Was war dein erster Film?
Mein erster Film war im Endeffekt auch ein Musikvideo, welches ich damals mit meinem guten Kumpel Henrik Alm, der jetzt in Berlin wohnt und auch für Parasol Island arbeitet, gedreht habe. Es ging um Theophilus London, einen US Rapper, der halt ein ziemlich cooles Lied, “Wine & Chocolates”, damals rausgebracht hatte und die Jungs von Andhim aus Köln haben den super Remix dazu gemacht. Und wir wurden halt auserkoren, ein wirklich sehr umfangreiches Musikvideo zu drehen, welches dann auch später auf YouTube ganz gut durch die Decke ging.

Dein bisher stärkster Moment im Job?
Also ich glaub mein stärkster Moment unter vielen bisher starken Momenten, war glaub ich wirklich der Dreh zu “State of Mind” – ein Musikvideo für die Band Pool hier aus Hamburg. Wir hatten sehr wenig Geld, aber es war toll. Wir haben uns zusammen eine Idee entwickelt, alle zusammen. Wir waren ein tolles Team, wir hatten zwei Nachtdrehs in Folge. Es war superkalt, es gab viele Statisten, es gab ein Auto – einen Oldtimer – der morgens irgendwo in der Hafencity auf einmal überhitzt ist und nicht mehr los wollte. Und alle waren müde, aber alle haben zusammen irgendwie dran gearbeitet und sind bis heute irgendwie noch glücklich dabei gewesen zu sein.

Web: www.dominicrepenning.com