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Chehad Abdallah, Director & Graphic Designer

Der beste Kreativ Direktor der Welt: Herzlich willkommen Chehad Abdallah bei keenley preesents. Wer jetzt fragend  die Stirn in Falten legt, hier gibt’s das ganze Interview mit Chehad:

Also im Grunde genommen beschäftige ich mich sechs Tage die Woche mit meiner Arbeit und einen Tag in der Woche, das fällt oft auf einen Sonntag, mache ich was anderes, was nichts mit meinem Output zu tun hat. 

Ich stehe relativ früh auf, sitz dann meistens hier eine Stunde, trink Kaffee. Ich sitze nicht am Computer, sondern guck aus dem Fenster oder so und dann gehe ich ins Büro und mache bis abends die unterschiedlichsten Sachen. Das kommt drauf an, ob ich gerade irgendetwas schneide, dann sitze ich im Schnitt oder ob ich was designe.

Ich hab auch schon Partyflyer gemacht, aber es gibt keine schönen Partyflyer. Da braucht man sich nichts zu erzählen. Ich hasse sowieso Partyflyer. Das ist so die Ausgeburt der Hölle!

Erinnerst du dich noch an dein erstes Erlebnis mit Design?
Mit Gestaltung in Kontakt gekommen bin ich glaub ich durch Graffiti. Da war ich wahrscheinlich 12 oder so und hab bei mir in der Straße überall so Level Tags gesehen und dann haben wir einen Schulausflug nach Charlottenburg gemacht und da gab es die auch. Da ist mir Gestaltung zum ersten Mal bewusst geworden. Als Kind wollte ich immer Künstler werden – oder irgendwas mit Pistolen, aber das war klar, dass das nicht wirklich was wird.

Gibt es beruflich etwas an dem du fast verzweifelt wärst?
Ja, das gibt es öfter, dass der Druck so krass steigt und man nicht allein Herr über die Produktion ist und abhängig ist von anderen und dann die Deadline immer näher rückt – das hatte ich schon paar Mal so, dass der Druck einfach so groß wurde, dass es einem anfängt körperlich schlecht zu gehen.

Da hilft eigentlich nur, sich immer wieder bewusst zu machen, dass man niemanden am Herzen operiert oder so.

Was wir machen ist schön und wichtig und kann meinetwegen auch die Welt verändern, aber in den meisten Fällen ist das schon so: Ey, wenn das jetzt nicht funktioniert oder so, dann ist Geld verloren, dann sind andere Leute enttäuscht von dir, aber du hast jetzt nicht die Verantwortung wie ein Herzchirurg und das versuch ich mir immer wieder bewusst zu machen und erst dann kann man sich auch entspannen und erst dadurch, dass man sich entspannt und locker wird, funktioniert es dann meistens.

Wenn es mir ums Geld gehen würde, dann hätte ich was anderes studiert.

Ich will halt gestalten. Und das ich nicht nur wie so ein Freigeist durch die Gegend hüpfen kann, ist klar. Aber man muss aufpassen, dass man nicht zum Manager mutiert. Da gibt es andere, die können das viel besser und die haben auch Spass daran. Was bringt dir das schon?

Woher nimmst du deine Inspiration?
Es gibt immer im Abstand von ein paar Monaten Dinge die mich richtig krass begeistern. Das können die unterschiedlichsten Dinge sein – es war mal zum Beispiel was wie: “Movie Posters from Ghana”. In Ghana werden anscheinend so viele Raubkopien hergestellt, dass Filmplakate nachgemalt werden, aber das sieht immer so aus als hätte einer das dem anderen erzählt, der hat das jemanden erzählt und der kannte jemanden der das malen könnte. Und dann sieht das “Terminator” Poster zum Beispiel so mega absurd aus und die haben die ganzen Blockbuster nachgemalt.

Oder diese Comic “Serie Superjail”, das begeistert mich dann total, da tauche ich auch total ein. Ich weiß nicht, ob mich das jetzt direkt inspiriert zu irgendeiner Arbeit, aber irgendwie trage ich das dann so mit mir rum.

Ein paar Wort an zukünftige Designer:
Was ich glaube was wichtig ist, ist wenn man von der Schule kommt und sich denkt: So ich möchte jetzt selbstständiger Designer oder Regisseur werden: Ich beobachte oft, dass sich Designer mit anderen Designern zusammentun und dann sitzen die da so auf ihrem Designerhaufen, aber das bringt halt nichts. Dann hast du da vier Designer, aber eigentlich muss man sich mit Leuten zusammentun, die andere Sachen machen als man selbst, so dass man sich ergänzt. Das hört sich einfach an, ist aber gar nicht so einfach.