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Bastian Wienecke, Illustrator & Designer

Illustrator und Designer Bastian Wienecke hat zwei existentielle Ratschläge für euch: Seid nicht zu blauäugig und habt Spaß. Aber auch sonst könnt ihr bei seinem Keenly preesents Interview einiges lernen.

Ich bin Bastian Wienecke, ich bin Illustrator und Designer. Ich bin in Wanne-Eickel, mitten im Ruhrpott, groß geworden und bin vor 5 Jahren nach Berlin gezogen fürs Studium. Ich hab an der UdK studiert, Illustration – und seit 2014 bin ich selbständig unterwegs und mache das, was mir Spaß macht.

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Illustration?
Mit die ersten illustrativen Sachen, die mich total geflasht haben, das waren Petterson & Findus Bücher. Das ist ein alter Mann mit einer Katze und die erleben immer ziemlich banale Abenteuer, aber das was mich immer so fasziniert hat, waren eigentlich die kleinen Sachen die drumrum passiert sind.

In jedem Bild waren immer noch irgendwelche Männchen, die ein Haus gebaut haben und im nächten Bild immernoch. Und das fand ich super, dass du mit Illustration diese ganzen kleinen Sachen zeigen kannst, die so auch nicht passieren können, man kann sich total ausleben.

Was wolltest du als Kind werden?
Der allererste richtige Beruf, den ich machen wollte, war Fernseher reparieren, weil mein Vater so einen Fernseh-Reperatur Fachgeschäft hatte und das wollte ich eigentlich werden.

Ich hab aber total Angst vor Elektrizität, deswegen wäre das glaub ich nicht so gut, hätte ich das gemacht. Danach wollte ich Rapper werden, so typisch mit 13 habe ich angefangen zu rappen. Und durch die ganze Rapgeschichte bin ich auch zum ersten Mal dazu gekommen eigene Designs zu entwerfen und Cover für sich selbst zu entwerfen, was ich auch letztens wieder gefunden habe, weil ein Kumpel von mir mit dem ich das früher gemacht habe, wohnt jetzt bei mir und der hat noch ganz viele alte CD’s und Tapes.

Ja, dann habe ich halt Prioritäten gesetzt, mit der Musik aufgehört und dachte mir das ist eigentlich der Weg, den ich gehen sollte. 

Was war dein erstes Design? 
Mein erstes Design war wirklich aus meiner Rap-Zeit ein Cover für meine damalige Crew, wir hießen Ekmek, was eigentlich gar keinen Sinn hatte. Wir haben überlegt, was sich lustig anhört und das war Ekmek, wir wussten auch nicht das es auf türkisch eine Bedeutung hatte, was dann später ab und zu etwas verwirrend war, wenn alle dachten “Wieso heisst ihr denn Brot?”. Das war mit so das allererste was ich gemacht hab.

 

 

Dein bisher stärkster Moment im Job?
Jedes Mal wenn man mal wieder eine stressige Phase hatte und wenn man auch mal wieder hinterfragt “Ach, ist das denn das Richtige” und wenn man genau dann merkt es war das Richtige. Immer wieder diese Bestätigung nach einem Projekt, welches gut gelaufen ist. Und das man auch merkt, dass es die Resonanzen gibt und nicht nur die Tante vorbeikommt und sagt:
“Hey, ich hab nächste Woche Geburtstag, malst du mir ne Karte?”,
sondern wenn du auch merkst, Leute vertrauen dir und investieren quasi in deine Arbeit. Das sind immer die Momente, wo ich mir denke “Ey, du kannst mit dem was du liebst, was im Prinzip dein Hobby ist, deine Leidenschaft ist, davon leben und das ist grossartig.” Das ist immer mit der stärkste Moment.

Was fasziniert dich aktuell besonders?
Vor 4 Jahren habe ich mir gedacht: “Oh ja, jetzt studiere ich lllustration und sehr wahrscheinlich geht alles in die 3D-Richtung, mehr Fotografie, mehr Film und was halt auch alles passiert ist, aber Illustration ist immer noch genauso stark, wenn nicht ein bisschen stärker als vor einigen Jahren, weil man bei Illustration sieht, das ist etwas handgemachtes.

Illustration ist noch hand-crafted und immernoch etwas besonderes. Was auch super ist, sind so Sachen wie dass das GIF wieder zurück ist. Das macht irgendwie Spaß, weil man merkt das ziemlich viele Leute offen sind für alle möglichen Sachen die du machen möchtest und das finde ich auch super.

Ein paar Worte an zukünftige Illustratoren:
Man darf auf jeden Fall nicht zu blauäugig sein. Man kann sich nicht zu 100% darauf verlassen, dass Aufträge kommen, nur weil man es gerne macht.

Also man muss schon viel dafür tun, das Leute auch wissen, dass du es gerne machst und das du es auch gut machst. 

Und ich glaube, wenn man den Spaß an der Sache verliert, spiegelt sich das auch in den Arbeiten wieder – deswegen ist es wichtig, solange du Spaß daran hast, musst du dir eigentlich nicht wirklich Gedanken machen darüber, dass das nix wird. Auch wenn du mal weniger Aufträge hast, aber wenn du dann Aufträge hast, an denen du Spaß hast, rentiert sich das wieder alles. Und es ergibt für einen viel mehr Sinn.

web:
bigadi.de/
facebook.com/bigadi.design