andere Kreative

Alexander Gellner, Trickfilmer

Alexander Gellner ist Zeichner und Filmemacher. Bei Keenly Preesents gibt er Einblick in seinen Alltag und die Anfänge seiner Karriere.

Ich bin Alexander Gellner, Zeichner und Filmemacher aus Berlin. Ich arbeite seit 2005 professionell als freischaffender Künstler und Illustrator, Filmemacher. Ich habe Musikvideos gemacht, Werbefilme, Spielfilme, also nicht selber Spielfilme gemacht, an Spielfilmen mitgearbeitet… so weit bin ich noch nicht. Dann hab ich 2011 mit meinem alten Kumpel Roland Brückner “Bitteschön TV” gegründet und wir machen das halt ne Nummer größer – wir machen Werbefilme zusammen im kleinen Team und mittlerweile haben wir fünf ganz liebe Mitarbeiter. Also lieb und fähig und ja, das macht super Spaß. Ich steh morgens um acht Uhr auf, kümmer mich um meine Meerschweinchen und meine Frau, bin dann ungefähr um zehn Uhr hier in der Firma bei “Bitteschön TV” und dann arbeite ich meistens bis um sieben, oft auch ein bisschen länger, aber ich versuche immer um siebene dann Feierabend zu machen und das ist so mindestens fünf Tage die Woche. Ja, eigentlich ganz cool. 

Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Illustration?
Ja, also für mich ist immer noch das Ding – ich hab einen sehr guten Freund, immer noch, also quasi mein erster Kumpel mit dem ich alles gemacht hab, der Martin, wir haben zusammen immer Comics gezeichnet. Erste, zweite Klasse, so. Dann hat er oft bei mir gepennt und dann sind wir samstags ganz früh aufgestanden und haben uns zusammen die ganzen Cartoons angeguckt. Dann kam so Cyber Rider, Star Sheriffs und Thunder Cats und so nen Kram und den Rest des Tages saßen wir halt da und haben Comics gezeichnet. Im Grunde mach ich das gleiche immer noch. Wenn ich es schaffe, das Gefühl auch im Alltag zu haben, dann fühl ich mich eigentlich sehr gut so. Alles ein bisschen größer geworden, ein bisschen professioneller und eigentlich ist es immer noch mit meinem Kumpel rumsitzen und Zeichnungen machen und sich freuen. 

Dein bisher schönster Moment im Job?
Ich weiß nicht, ob du es weißt, aber mit meine ältesten Freunde sind Vinc und Dug von STP, also wir kennen uns aus Schulzeiten. So nach der siebten, achten Klasse sind wir befreundet und die haben immer so Mukke gemacht und so und wir haben uns halt kennengelernt bei so nem Wochenendausflug und da hab ich Vincent kennengelernt und der war so: “Ah krass!”, ... hat er mich zeichnen gesehen und “Ich mach Mukke” und bla und dann… ja seit Schulzeiten mach ich deren Artwork. Die sind früher rumgelaufen, haben ihre CDs selbst gebrannt und gepresst und so vertickt und ich hab das kleine Artwork dazu gemacht. Dann ist das immer mehr geworden, dann hab ich halt eigentlich meine erste richtige Animation gemacht. Das war “Hast du mal ein Problem”.

Ja, das war noch vor YouTube-Zeiten und so, da war das schon am Start und ist ziemlich gut abgegangen. Es war aber eher so… für uns war das Hobby und Spaß. Haben da unsere Sachen gemacht, sind aber zusammen geblieben. Jetzt irgendwie, 15 Jahre später, arbeite ich gerade wieder an nem Musikvideo für STP. Die sind mittlerweile respektable Musiker geworden und ja, es ist langsam gewachsen – das find ich halt cool. Wir sind da zusammen geblieben und dabei geblieben. Wir spielen auch noch Videospiele zusammen und hängen ab und zu so rum und machen irgendwie dieses Hobby, das irgendwie groß geworden ist. Das ist ne schöne Sache finde ich. 

Dein bisher peinlichster Moment im Job?
Ja, das Problem ist, dass mir eigentlich ziemlich wenig peinlich ist. Also ähm ne ist wahrscheinlich so ein geburtsfehler. Aber generell, also da bin ich schon recht preußisch, so zu spät kommen oder Sachen zu spät abgeben oder so passiert mir auch oft in der Hektik, dass man irgendwie nen Layer ausklickt und dann falsch rausrendert oder so. Ja, das ist mir schon sehr peinlich, wenn man da was rausschickt und da ist dann ein Schnitzer drin oder so und manchmal kriegt das keiner mit, aber dann… also jetzt gerade hab ich gerad… also mir wird gerade warm, wenn ich dran denke.

Gibt es beruflich etwas an dem du fast verzweifelt wärst?
Nö. Vielleicht, dass dir mitten im Interview die Spülmaschine piept. Das sind Sachen, die mich sehr irritieren. 

Ein paar Worte an zukünftige Designer:
Ok, also ich bin ja auch schon ein bisschen unterwegs. Aber was ich immer wieder sehe – auch bei Bewerbungen und Praktikanten und Mitarbeitern und so – also, wenn die Leute gute Grundlagen haben, dann können die mit neuen Situationen gut umgehen. Das ist ne Sache, wo ich ziemlich darauf poche. Ich weiß nicht, wenn du Illustrator bist oder Animator – ob du es im Studium machst, ich hab das schon davor gemacht, so früh wie möglich anfangen so viel wie möglich zu zeichnen, zum Aktzeichnen zu gehen, Zeug abzuzeichnen, deine Lieblingszeichner nachzuzeichnen – das hab ich immer nicht gemacht, weil ich zu faul war. Ich wollte immer meine eigenen Storys erzählen. Aber viele Leute, die ich kenne und es gemacht haben, die sind dann auf einem ganz anderen Level irgendwann eingestiegen und das kann ich allen Anfängern empfehlen.

Einfach erstmal sich nicht so viel hektisch machen, sondern so Grundlagen üben – halt einfach so. Sich irgendwas nehmen, wofür man brennt, was einen interessiert und das einfach machen und der Rest kommt dann von alleine irgendwann.  

Web: www.bitteschoen.tv